Kerstin Schulze Kalthoff gehört zu den besten Hindernisläufern ihrer Altersklasse.

Streiflichter Osterwick. Seit wenigen Wochen steht fest: Leichtathletin Kerstin Schulze Kalthoff aus Osterwick hat den Sprung in den DLV-Bundeskader geschafft. Bei den Deutschen Meisterschaften in Mönchengladbach erreichte die Athletin der LG Rosendahl im 2000-Meter-Hindernislauf mit neuer persönlicher Bestleistung einen hervorragenden 4. Platz – und erreichte damit die Nominierung für den DLV-C-Hinderniskader. Streiflichter-Mitarbeiter André Sommer sprach mit der 18-Jährigen über ihren sportlichen Werdegang und ihre weiteren Ziele.

Kerstin, herzlichen Glückwunsch für den Erfolg! Du hast es gleich mit vier Platzierungen auf die Deutsche Bestenliste der U20 geschafft. Platz 26 über 1 500 Meter, Platz 25 über 3 000 Meter, Platz 18 über 5 800 Meter und dann sogar Platz 6 über die 2 000 Meter Hindernis. Und das ohne Wassergraben in Osterwick. Wie konntest Du dich darauf überhaupt vorbereiten?

Kerstin Schulze Kalthoff: Danke sehr! Ich freue mich total, dass mein regelmäßiges Training am Ende für solche Ergebnisse gereicht hat! In Gladbach, als ich Vierte beim Hindernislauf wurde, bin ich tatsächlich erst das dritte Mal unter Wettkampfbedingungen an den Start gegangen. Trainieren konnte ich mit einem Wassergraben vorher vier Mal in Kaiserau und zwei Mal in Münster. Ungewohnt ist weniger die zusätzliche große Hürde, als das Laufen mit nassen Füßen ...

Beim Blick auf deine besten Disziplinen wird schnell klar: Du fühlst dich bei den Lauf-Disziplinen am wohlsten. War das schon immer so?

Kerstin Schulze Kalthoff: (lacht) Eigentlich gar nicht! Ich bin schon eher durch Zufall zur Leichtathletik gekommen. Ich habe nur eine Freundin zum Training begleitet und bin dann dabei geblieben. Ursprünglich habe ich alle Sportarten ausgeübt, am wenigsten gerne aber eben das Laufen. Doch im Laufe der Zeit wurde ich immer besser – und als es dann darum ging, dass ich mich spezialisieren sollte, kam nichts anderes als die längeren Läufe mehr in Frage ...

Wie oft trainierst Du in der Woche?

Kerstin Schulze Kalthoff: Sechs Mal für jeweils etwa zwei Stunden. Aktuell geht es einmal pro Woche in die Halle, einmal zum Lauftraining, einmal zum Krafttraining und drei Mal mache ich längere Läufe. Dabei steht mir mein Trainer Ingo Röschenkemper mit Rat und Tat zur Seite.

Und nun stehst Du plötzlich im Bundeskader und das erste Kadertraining steht zeitnah an.

Kerstin Schulze Kalthoff: Richtig. Ich war ja bereits beim Sichtungstraining mit Sportlern aus ganz Deutschland zusammen. Die kommen dann von Vereinen aus München, Leipzig oder Dortmund – und ich muss dann erklären, wo Rosendahl liegt. Ich bin dann schon ein wenig stolz.

In den C-Kader der U20-Altersklasse wurden 221 Nachwuchs-Athleten berufen – Du gehörst damit zu einem Kreis von Sportlern, die damit in den neuen Olympiazyklus in Richtung Tokio 2020 gehen. Ist ein langfristiges Ziel von Dir, international durchzustarten?

Kerstin Schulze Kalthoff: Ich bleibe da ganz realistisch. Klar wäre es cool, wenn ich mich weiter so positiv entwickle und irgendwann auch große nationale oder sogar internationale Erfolge feiern kann. Aber bis dahin ist es noch ein ganz langer Weg. Am wichtigsten ist es, dass ich verletzungsfrei bleibe. Zudem weiß ich noch gar nicht genau, was nach dem Abitur auf mich zukommt. Ich will studieren und nebenbei weiterlaufen. Aber festlegen möchte ich mich noch nicht.